Eine Chance für alle
Die digitale Transformation bringt moderne Technologien in unseren Alltag. Sie hilft dabei, Prozesse effizienter zu gestalten. Damit du digitale Angebote barrierefrei gestalten kannst, musst du die Bedürfnisse aller Nutzenden mitdenken – auch die von Menschen mit Einschränkungen.
Barrierefreiheit bedeutet nicht nur Technik, sondern echte Teilhabe. Es geht darum, dass niemand ausgeschlossen wird – unabhängig von Fähigkeiten oder Einschränkungen.
Gerade bei den Webseiten öffentlicher Stellen ist das besonders wichtig – schließlich gibt es oft keine Alternative.
Für viele Menschen ist die Website der Gemeinde die einzige Möglichkeit, mit der Verwaltung in Kontakt zu treten.
Unsere Studie: 9.869 Kommunen im Test
Wir wollten wissen, wie barrierefrei diese digitalen Angebote wirklich sind. Dafür haben wir das Tool Lighthouse von Google verwendet und die Websites von fast 10.000 Kommunen automatisiert geprüft.
Das Ziel: Ein realistischer Überblick über den Stand der Barrierefreiheit in Deutschland – dort, wo Bürger:innen direkt mit der Verwaltung in Kontakt kommen.
Was heißt eigentlich barrierefrei?
Barrierefrei ist ein System dann, wenn es von Menschen mit Einschränkungen ohne fremde Hilfe, ohne besondere Erschwernis und auf übliche Weise nutzbar ist.
Was gilt rechtlich?
Wenn du in einem Unternehmen arbeitest, ist Barrierefreiheit (noch) freiwillig. Bei öffentlichen Stellen ist sie jedoch gesetzlich vorgeschrieben – spätestens seit 2020.
In Deutschland regeln das das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) und die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV 2.0). Sie orientieren sich an internationalen Standards wie den WCAG.
Zeitplan für öffentliche Stellen:
ab September 2019: Neue Websites müssen barrierefrei sein
ab September 2020: Auch bestehende Seiten müssen angepasst sein
ab Juni 2021: Mobile Anwendungen müssen barrierefrei sein
Dazu kommen Pflichtangaben wie eine Barrierefreiheitserklärung und ein Feedback-Formular.
Für wen ist das wichtig?
Etwa 15 % der Bevölkerung lebt mit einer Form von Behinderung – für sie ist digitale Barrierefreiheit ein Muss.
Diese Gruppe umfasst Millionen Menschen – und auch du selbst kannst im Alter oder durch Krankheit betroffen sein.
Vier Formen von Beeinträchtigung:
Visuell (z. B. Sehbehinderung)
Auditiv (z. B. Hörverlust)
Motorisch (z. B. eingeschränkte Beweglichkeit)
Kognitiv (z. B. Lernschwierigkeiten)
Aber Barrierefreiheit nutzt allen: klare Strukturen, gute Kontraste und eine mobile Ansicht helfen auch Menschen ohne Einschränkungen.
Browser wie Chrome bringen bereits Analysewerkzeuge mit. Besonders hilfreich: Google Lighthouse. Es testet Websites in den Bereichen:
Das Tool liefert dir einen Score von 0–100 und zeigt direkt, wo es Verbesserungspotenzial gibt – z. B. bei Kontrasten, Alternativtexten oder Tastaturnavigation.
So haben wir getestet
Wir haben die Webseiten aller deutschen Gemeinden per Lighthouse-Test geprüft – automatisiert und standardisiert. Ohne HTTPS gab’s sofort 0 Punkte, denn eine sichere Verbindung ist Grundvoraussetzung.
Das Ergebnis: Die Zahlen im Überblick
Rund 50 % der Kommunen erzielten ≥80 Punkte
Nur wenige lagen unter 50 Punkten
Kleinere Gemeinden schnitten insgesamt schlechter ab
Gründe für niedrige Scores waren u. a. fehlende Alternativtexte, mangelhafte Navigation oder nicht anpassbare Schriftgrößen.
Was sagt der Lighthouse-Score wirklich?
Der Test ist kein offizieller Nachweis für Barrierefreiheit, aber er gibt dir einen guten Hinweis darauf, wo du stehst.
Für eine vollständige Bewertung brauchst du zusätzlich manuelle Tests – z. B. mit Testpersonen oder Spezialist:innen.
Unser Fazit: Du kannst Barrieren abbauen
Unsere Untersuchung zeigt: Viele Kommunen haben das Thema bereits gut im Griff – aber es gibt noch viel zu tun.
Barrierefreiheit ist kein Projekt, das irgendwann „fertig“ ist. Es ist ein laufender Prozess – und du kannst ein Teil davon sein.
Und jetzt? Wir unterstützen dich gern
Du möchtest deine Website barrierefrei machen oder ein digitales Angebot überarbeiten? Dann bist du bei uns richtig.
Wir bei agorate helfen dir bei Analyse, Konzept, Umsetzung und Prüfung – ganzheitlich und mit viel Erfahrung.
Sprich uns an – wir freuen uns auf dein Projekt.