"Unsere Themen sind zu komplex für Video." Das hören wir oft. Und wir widersprechen jedes Mal.
Komplexität ist kein Argument gegen Video. Im Gegenteil: Bewegtbild ist das einzige Format, das gleichzeitig zeigen, erklären und Emotion erzeugen kann. Für technische Produkte, für Dienstleistungen, für erklärungsbedürftige Prozesse.
Die Zahlen sprechen für sich: LinkedIn-Videos bekommen im Schnitt fünfmal mehr Interaktionen als reine Textbeiträge. Landing Pages mit Video erhöhen die Konversionsrate um bis zu 80 Prozent. Und wer einmal angefangen hat zu scrollen und ein Video sieht, bleibt länger.
Erklärvideo: Der Klassiker. Animiert oder mit realen Personen. Erklärt ein Produkt, einen Prozess oder ein Problem in 60 bis 120 Sekunden. Funktioniert auf der Website, auf LinkedIn, als SalesTool.
Testimonial-Video: Ein Kunde erklärt, was sich verändert hat. Kurz, konkret, glaubwürdig. Mehr Überzeugungskraft als jede Fallstudie. Social Reel: 15 bis 60 Sekunden, vertikal, mit Untertiteln. Nicht für den Abschluss gemacht, sondern für Sichtbarkeit. Funktioniert auf LinkedIn, Instagram, manchmal TikTok.
Behind the Scenes: Was passiert im Unternehmen? Wie wird das Produkt hergestellt? Wer steckt dahinter? Diese Einblicke bauen Vertrauen. Und kosten wenig, weil sie einfach gefilmt werden können.
Event-Recap: Nach einem Messe-Auftritt, einer Konferenz oder einem Workshop. Kurze Zusammenfassung, gut geschnitten. Zeigt Präsenz und Expertise.
Häufige Fehler bei B2B-Video
Zu lang. Drei Minuten sind für die meisten Formate zu viel. Wer nicht in 60 Sekunden auf den Punkt kommt, verliert das Publikum.
Kein Untertitel. Über 80 Prozent der Videos auf LinkedIn werden ohne Ton geschaut. Wer keine Untertitel einsetzt, wird schlicht nicht verstanden.
Kein Ziel. Ein Video ohne klare Handlungsaufforderung ist Unterhaltung. Was soll die Zuschauerin danach tun? Klicken, schreiben, anrufen?
Zu viel Aufwand im Kopf. Viele Unternehmen scheitern, bevor sie starten, weil sie glauben, es braucht ein Filmstudio. Dabei reicht oft ein Smartphone, gutes Licht und ein klares Skript.
Wie wir Videoproduktion denken
Wir produzieren Bewegtbild immer im Content-Kontext. Was soll dieses Video leisten? Awareness, Erklärung, Conversion, Vertrauen? Die Antwort bestimmt Format, Länge und Kanal.
Wir denken gleichzeitig in Varianten. Ein 90-Sekunden-Erklärvideo kann in drei 30-SekundenSocial-Reels zerlegt werden. Aus einem Interview werden drei Zitate-Posts. Ein Dreh, viele Inhalte.
Und wir setzen auf Kontinuität statt auf Einzelstücke. Ein Video ist ein Anfang. Eine Videoserie ist eine Strategie.
Fünf Schritte zum ersten B2B-Video
1. Ziel definieren: Was soll das Video leisten?
2. Format wählen: Erklärer, Testimonial, Reel, Behind the Scenes?
3. Skript schreiben: 60–120 Sekunden, klares Ende, Handlungsaufforderung
4. Produktion planen: Intern drehen oder Dienstleister beauftragen?
5. Kanal und Verteilung festlegen: Wo wird das Video ausgespielt?
Bewegtbild ist kein Extra mehr. Es ist Standard. Wer jetzt anfängt, hat noch einen Vorsprung.